Das Wichtigste in Kürze:
- Ohne Anschaffungskosten: Sie zahlen eine feste monatliche Rate, während der Anbieter Installation, Fernüberwachung und die Inklusiv-Wartung übernimmt.
- Langfristig teurer: Über die Laufzeit von meist 20 Jahren zahlen Sie bei der Miete deutlich mehr als beim Kauf.
- Steuern und Förderung: Mietmodelle schließen Sie oft von direkten staatlichen Zuschüssen aus, und der steuerliche Nullsteuersatz entfaltet seine volle wirtschaftliche Wirkung vor allem für Eigentümer.
- Echte Alternative: Eine smarte Finanzierung bietet Ihnen null Euro Anzahlung, aber die volle Rendite und Flexibilität als Eigentümer.
Eine Solaranlage zu mieten, wirkt auf den ersten Blick unkompliziert: keine hohe Anfangsinvestition, dafür eine feste monatliche Rate. Ob sich das langfristig lohnt, hängt jedoch von Gesamtkosten, Vertragsdetails sowie Steuern und Förderung ab. In diesem Ratgeber erfahren Sie die wichtigsten Vor- und Nachteile der Solarmiete – und warum Kauf oder Finanzierung oft die wirtschaftlichere Lösung ist.
Wie funktioniert es, eine Solaranlage zu mieten?
Wenn Sie sich entscheiden, eine Solaranlage zu mieten, stellen Sie einem Anbieter Ihr Dach zur Verfügung. Dieser plant und installiert die Photovoltaikanlage passend für Ihren Strombedarf. Sie kaufen die Technik nicht, sondern zahlen eine monatliche Gebühr. Die Anlage bleibt im Besitz des Unternehmens. Dafür übernimmt der Anbieter im Rahmen eines Rundum-sorglos-Pakets alle anfallenden Aufgaben. Dazu gehören die kontinuierliche Fernüberwachung, Reparaturen, die Photovoltaikversicherung und die Inklusiv-Wartung. Die Vertragslaufzeit ist langfristig angelegt und beträgt meist 15 bis 20 Jahre.
Häufig werden in der Branche die Begriffe Miete, Pacht und Leasing synonym verwendet, obwohl es juristische Unterschiede gibt. Bei der reinen Miete wird Ihnen die Anlage zum Gebrauch überlassen. Beim Pachtmodell – dem gängigsten Format am Markt – dürfen Sie zusätzlich die Erträge behalten, also den erzeugten Strom nutzen und die
Einspeisevergütung kassieren. Ein Leasingvertrag zielt hingegen oft von vornherein auf eine spätere Übernahme ab. Nach Ablauf der regulären Laufzeit können Sie die Anlage meist zum Restwert kaufen, den Vertrag verlängern oder die Module abbauen lassen.
Welche Kosten fallen bei der Solarmiete an?
Die monatliche Rate hängt von mehreren Faktoren ab. Entscheidend sind die Größe Ihrer Dachfläche, Ihr Stromverbrauch und die gewünschten Komponenten. Wenn Sie eine Solaranlage mieten möchten, können Sie oft auch einen Stromspeicher oder eine Wallbox für Ihr E-Auto dazubuchen. Branchenüblich bewegen sich die Kosten für ein Einfamilienhaus je nach Speichergröße und Leistung zwischen 80 und 200 Euro monatlich.
Anbieter werben hierbei oft mit einer Festpreisgarantie, die Schutz vor Inflation und steigenden Strompreisen verspricht. Der Mietpreis ist vertraglich fixiert und bleibt meist über die gesamte Laufzeit konstant. Auf den ersten Blick wirkt das planbar und sicher. Rechnen Sie jedoch alle Raten über 20 Jahre zusammen, übersteigen die Gesamtkosten den regulären Kaufpreis einer Anlage enorm.
Vorteile: Warum eine Photovoltaikanlage mieten verlockend klingt
Auf den ersten Blick bietet das Mietmodell einige Argumente, die besonders Hausbesitzer ohne hohes Eigenkapital ansprechen:
- Keine Anfangsinvestition: Sie müssen kein Erspartes antasten, um eigenen Solarstrom zu produzieren – der Einstieg gelingt ohne hohe Einmalzahlung.
- Rundum-sorglos-Service: Geht der Wechselrichter kaputt oder fällt ein Modul aus, kümmert sich der Anbieter um Ersatz und Reparatur. Sie haben keinen Aufwand mit der Instandhaltung.
- Sofortige Unabhängigkeit: Vom ersten Tag an machen Sie sich unabhängiger von den schwankenden Preisen der klassischen Stromanbieter.
- Planbare monatliche Kosten: Eine feste Rate statt einer großen Investition sorgt für klare Kalkulierbarkeit im Haushaltsbudget.
- Geringes technisches Risiko: Wartung, Fernüberwachung und Versicherung liegen beim Anbieter – ideal für alle, die Service schätzen und kein Risiko eingehen wollen.
Nachteile: Die versteckten Haken der Mietmodelle
Trotz der Bequemlichkeit gibt es gewichtige Nachteile. Da Ihnen die Photovoltaikanlage nicht gehört, haben Sie keinen Anspruch auf staatliche Fördermittel für die Anschaffung. Diese streicht der Anbieter ein. Auch der seit 2023 geltende Nullsteuersatz (0 % MwSt.) auf Photovoltaikanlagen und Speicher entlastet in erster Linie Käufer direkt bei der Anschaffung, während Mietraten oft andere, weniger vorteilhafte Kalkulationsgrundlagen haben.
Zudem sind Sie für zwei Jahrzehnte fest an ein Unternehmen gebunden. Geht der Anbieter insolvent, kann das zu rechtlichen Problemen und ungeklärten Eigentumsverhältnissen auf Ihrem Dach führen. Ein weiterer Haken ist die geringe Rendite. Da die monatlichen Raten hoch sind, sparen Sie unterm Strich nur wenig Stromkosten ein. Vermeintlich günstige Einstiegsangebote entpuppen sich bei genauer Prüfung oft als teure Langzeitverträge.
Hausverkauf: Was passiert mit der gemieteten PV-Anlage?
Ein oft übersehener Punkt ist der Verkauf der Immobilie. Möchten Sie Ihr Haus vor Ablauf der 20 Jahre verkaufen, wird es kompliziert. Der neue Käufer muss den laufenden Mietvertrag der Solaranlage übernehmen. Weigert er sich, müssen Sie die Anlage aus dem Vertrag herauskaufen. Hierbei verlangen Anbieter in der Regel eine saftige Vorfälligkeitsentschädigung oder hohe Abschlagszahlungen, um den entgangenen Gewinn der restlichen Laufzeit zu kompensieren. Das kann sehr teuer werden. Eine eigene, abbezahlte Anlage steigert hingegen den Wert Ihrer Immobilie sofort. Sie ist ein starkes Verkaufsargument, während ein laufender Mietvertrag potenzielle Käufer oft abschreckt.
Checkliste: Darauf sollten Sie bei Solar-Anbietern achten
Unabhängig davon, ob Sie sich mit Miete, Kauf oder Finanzierung beschäftigen, trennt sich bei der Wahl des Installationsbetriebs die Spreu vom Weizen. Achten Sie auf folgende objektive Qualitätskriterien:
- Zertifizierungen: Der Anbieter sollte zwingend nach VDE-Normen arbeiten und entsprechende TÜV- oder ISO-Zertifikate vorweisen können.
- Eigene Montageteams vs. Subunternehmer: Verlässt sich der Anbieter auf ein eigenes, geschultes Handwerkernetzwerk oder werden anonyme Subunternehmer beauftragt? Eigene Teams garantieren meist eine deutlich höhere Ausführungsqualität und verlässliche Ansprechpartner.
- Transparente Restwert-Regelungen: Bei Miet- oder Pachtverträgen muss im Vorfeld glasklar definiert sein, wie hoch die Übernahmekosten nach 20 Jahren exakt ausfallen.
- Garantieleistungen: Prüfen Sie die Leistungs- und Produktgarantien der verbauten Module und Wechselrichter genau.
Solaranlage mieten oder kaufen: Der direkte Vergleich
Solaranlage mieten
Beim Mietmodell stellen Sie Ihr Dach einem Anbieter zur Verfügung und zahlen eine feste monatliche Rate. Welche Komponenten verbaut werden, entscheidet das Unternehmen – Sie sind an die Vorgaben des Anbieters gebunden. Jeden Monat fließt ein Teil Ihres erzeugten Solarstroms in Form der Miete an den Vertragspartner und schmälert Ihren tatsächlichen Gewinn. Im Gegenzug erhalten Sie ein Rundum-sorglos-Paket mit Wartung, Versicherung und Fernüberwachung. Komfort gibt es also – allerdings zu einem Preis, der über die Laufzeit deutlich höher ausfällt als beim Kauf.
Solaranlage kaufen
Als Eigentümer treffen Sie alle wichtigen Entscheidungen selbst: Sie wählen die besten Komponenten aus und sind unabhängig von den Vorgaben eines Anbieters. Jedes erzeugte und selbst genutzte Kilowatt Strom fließt direkt in Ihre eigene Tasche, ohne dass eine monatliche Miete Ihren Gewinn schmälert. Moderne Kauf-Anlagen bieten durch umfassende Herstellergarantien ein ähnliches Maß an Sicherheit wie die Inklusiv-Wartung der Mietanbieter. Bei BSH setzen Sie auf zertifizierte Komponenten und fachgerechte Montage durch eigene Profis – wir verkaufen ausschließlich hochwertige Komplettsysteme und sind überzeugt, dass Eigentum für unsere Kunden der beste Weg ist.
Finanzierung als clevere Alternative zur Miete
Viele Hausbesitzer wollen eine Solaranlage mieten, weil das Eigenkapital fehlt. Doch hier gibt es eine weitaus wirtschaftlichere Lösung: die Finanzierung. Mit der BSH Finanzierung zahlen Sie ebenfalls eine monatliche Rate. Der große Unterschied ist jedoch, dass die Anlage von Tag eins an Ihnen gehört. Sie profitieren direkt vom Nullsteuersatz und sichern sich langfristig echte Unabhängigkeit.
Ein eigener Kredit schützt Sie zudem weitaus effektiver vor Inflation als eine gemietete Anlage, da der Sachwert Ihrer Immobilie steigt und der erzeugte Strom nach der Tilgungsphase komplett kostenfrei ist. Nach Ablauf der Finanzierung, meist nach 10 bis 15 Jahren, haben Sie keine Raten mehr. Die Anlage produziert dann noch viele Jahre völlig kostenlos Strom für Sie. So kombinieren Sie null Euro Anschaffungskosten mit der vollen Rendite eines Eigentümers.
Solaranlage kaufen statt mieten – Angebot anfragen
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Eine Miete kann sinnvoll sein, wenn Sie kein Eigenkapital haben und absolut keine Finanzierung aufnehmen möchten. Bedenken Sie aber, dass die Gesamtkosten über die Laufzeit deutlich höher sind als bei einem Kauf. Die Rendite fällt für Sie minimal aus.
Ja, die meisten Anbieter ermöglichen es, einen Stromspeicher in den Mietvertrag aufzunehmen. Das erhöht jedoch die monatliche Rate erheblich, oft auf Beträge zwischen 150 und 200 Euro. Prüfen Sie genau, ob sich dieser Aufpreis im Vergleich zu einer finanzierten Eigenanlage wirklich rechnet.
Da die Anlage dem Anbieter gehört, trägt dieser in der Regel das Risiko. Reparaturen, Fernüberwachung und die Versicherung sind in der monatlichen Mietgebühr enthalten. Sie müssen sich bei technischen Defekten um nichts kümmern.
Das hängt vom genauen Vertragsmodell ab. Beim gängigen Pachtmodell speisen Sie den Strom, den Sie nicht selbst verbrauchen, ins öffentliche Netz ein und die gesetzliche Einspeisevergütung wird Ihnen ausgezahlt. Allerdings reicht diese oft nicht aus, um die hohen monatlichen Mietkosten zu decken.
Nach meist 20 Jahren haben Sie drei Optionen. Sie können die Anlage kostenpflichtig abbauen lassen, den Vertrag zu neuen Konditionen verlängern oder die Anlage zum aktuellen Zeitwert kaufen. Letzteres verursacht erneute Kosten, weshalb transparente Restwert-Regelungen im Vertrag essenziell sind.