Einspeisevergütung Photovoltaik - Lohnt sich das noch?

Die Einspeisevergütung, auch Einspeisungsvergütung genannt, ist eine staatlich festgelegte Vergütung von Strom und sie dient zur Förderung von bestimmten Arten der Stromerzeugung u.a. für erneuerbare Energien.

Im Jahr 2000 wurde das Erneuerbare-Energien-Gesetz kurz EGG eingeführt. Das EGG regelt nicht nur, dass du deinen selbst erzeugten Strom ins Netz einspeisen darfst, sondern garantiert dir als Erzeuger von Solarstrom eine feste Einspeisevergütung.

Das heißt, du als Betreiber einer Photovoltaikanlage erhältst pro Kilowattstunde deines überschüssigen Solarstroms, den du in das öffentliche Netz einspeist, eine festgelegte Vergütung. Allerdings musst du vorher deine Solaranlage beim jeweiligen Netzbetreiber anmelden.

Aktuelle Einspeisevergütung

Die EEG-Einspeisevergütung für Neuanlagen wird laufend angepasst und so verringern sich die Vergütungssätze von Monat zu Monat. Denn die Bundesnetzagentur berechnet die Höhe der Einspeisevergütung anhand der neugebauten PV-Anlagen und deren installierten Gesamtleistungen. Je mehr Solaranlagen installiert werden, umso mehr sinkt die Einspeisevergütung monatlich.

Für die Berechnung der Einspeisevergütung wird der Zeitpunkt der Inbetriebnahme, die Größe der Anlage sowie der Typ deiner Anlage herangezogen. Der festgelegte Vergütungssatz bleibt für 20 Jahre garantiert gleich.

Anbei ein Überblick über die aktuellen Einspeisevergütungen.

Inbetriebnahme Bis 10kWp Bis 40kWp Bis 750kWp
Ab 01.04.2022 6,53 Cent / kWh 6,34 Cent / kWh 4,96 Cent / kWh
Ab 01.05.2022 6,43 Cent / kWh 6,25 Cent / kWh 4,88 Cent / kWh
Ab 01.06.2022 6,34 Cent / kWh 6,15 Cent / kWh 4,81 Cent / kWh
Ab 01.07.2022 6,24 Cent / kWh 6,06 Cent / kWh 4,74 Cent / kWh
Ab 01.08.2022 8,20 Cent / kWh 7,10 Cent / kWh 5,80 Cent / kWh

Für die Richtigkeit der Angaben übernimmt die BSH GmbH & Co. KG keine Gewähr. Rechtlich verbindlich sind nur die, durch die Bundesnetzagentur veröffentlichten, EEG-Vergütungssätze.

Wie lange wird die Einspeisevergütung gezahlt?

Wenn du deine Photovoltaikanlage nach EEG in Betrieb genommen hast, erhältst du eine Vergütung des eingespeisten Solarstroms für die Dauer von 20 Jahren zuzüglich der verbleibenden Kalendermonate bis zum Jahresende.

Die Auszahlung der Einspeisevergütung erfolgt im monatlichen Abschlagsverfahren durch deinen Netzbetreiber.

 

Solaranlage

Lohnt sich die Einspeisevergütung noch?

Vor Jahren war die Höhe der Einspeisevergütung nach dem EEG von nahezu 60 Cent pro Kilowattstunde ein sehr entscheidender Anreiz für die Installation einer Photovoltaikanlage.

Die Einspeisevergütung erhältst du für 20 Jahre, danach erzeugt deine Photovoltaikanlage aber weiterhin Solarstrom, wofür du dann keine Einspeisevergütung mehr erhältst. Nach den 20 Jahren musst du Anlagenbetreiber dir einen Abnehmer für deinen überschüssigen Strom suchen.

Für dich als Privathaushalt ist es sinnvoll, den selbst produzierten Solarstrom im eigenen Haushalt zu nutzen, denn dieser kostet inzwischen weniger als der Strom aus dem Netz.

Häufig kann der gesamte Strom nicht an einem Tag verbraucht werden. Dafür empfehlen wir dir einen Stromspeicher, denn dieser speichert den überschüssigen Strom und du kannst diesen zu einem späteren Zeitpunkt verwenden.

 

So sicherst du dir die Einspeisevergütung

In Deutschland muss jede installierte, ans Netz gekoppelte Solaranlage bei der Bundesnetzagentur, sowie auch beim Netzbetreiber und beim Finanzamt registriert werden:

  1. Du als Betreiber einer Photovoltaikanlage bist nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) verpflichtet, die Stammdaten deiner Anlage im Marktstammdatenregister einzutragen.
    Die Registrierung kann über das von der Bundesnetzagentur eingerichtete Webportal erfolgen.
    Gern leisten unsere Mitarbeiter aus der EVU-Abwicklung Hilfestellung und unterstützen dich bei der Anmeldung.
  2. Du musst einen Netzanschluss beim örtlichen Stromversorger/Netzbetreiber beantragen. Die Beantragung muss vor der Montage deiner Photovoltaikanlage erfolgen. Der Stromversorger hat das Recht, eine Netzverträglichkeitsprüfung durchzuführen. Die Bearbeitung kann bis zu 8 Wochen dauern, also plane genug Zeit ein.
    Mit diesem Antrag hast du auch die Anmeldung zur Einspeisung erledigt und du bekommst von dem zuständigen Netzbetreiber EVU einen Einspeisevertrag zugesandt.
    Auch bei dieser Antragstellung beim Netzbetreiber leistet die BSH Hilfestellung und übernimmt dies für dich.
  3. Wird der erzeugte Strom nicht von dir selbst verbraucht, sondern in das Stromnetz eingespeist, so erhältst du als Anlagenbetreiber gemäß EEG eine Einspeisevergütung. Du erzielst also Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb.
    Du musst dafür bei der Stadt- bzw. Gemeindeverwaltung kein Gewerbe anmelden, aber beim Finanzamt muss die Inbetriebnahme jedoch angezeigt werden. Dazu ist ein Fragebogen zur steuerlichen Erfassung auszufüllen.
Einfamilienhaus mit Photovoltaikanlage

Was bedeutet das Ende der EEG-Förderung für dich?

Wie schon etwas weiter oben erwähnt, endet die Laufzeit der Einspeisevergütung für Photovoltaikanlagen nach 20 Jahren. Das bedeutet, dass du als Anlagenbetreiber nicht mehr den im EEG festgelegten Betrag je eingespeister Kilowattstunde ausgezahlt bekommen wirst.

Nach Ablauf der 20 Jahre hast du zwar weiterhin das Recht, deinen erzeugten Solarstrom in das Stromnetz einzuspeisen, aber du musst einen Abnehmer nachweisen. Sonst droht die Gefahr, dass deine Solaranlage abgeregelt wird und diese keinen Strom mehr erzeugen darf.

Häufig gestellte Fragen zur Einspeisevergütung

Wie hoch ist die Einspeisevergütung 2022?

Ab 01.08.2022 liegt die Einspeisevergütung für Anlagen bis 10 kWp bei 8,20 Cent.

Was ist die Einspeisevergütung?

Einspeisevergütung ist eine staatlich festgelegte Vergütung von Strom, um z.B. die Stromerzeugung mit einer Photovoltaikanlage zu fördern.