Stromspeicher: Solarstrom speichern und nachts nutzen

Ein Stromspeicher ist im Prinzip ein großer Akku, der überschüssigen Strom für eine spätere Verwendung speichert. Eine Photovoltaikanlage in Verbindung mit einem Stromspeicher speichert den tagsüber erzeugten Solarstrom, damit du diesen auch nachts oder bei stark bewölktem Himmel nutzen kannst.

Mit einem Stromspeicher ergänzt du eine Photovoltaikanlage optimal und du kannst eigenen Strom noch effizienter nutzen. Erfahre mehr zum Aufbau, Kosten und Förderung in unserem Beitrag! Leiste auch du deinen ganz persönlichen Beitrag zur Energiewende.

Wie funktioniert ein Stromspeicher?

Am Tag, wenn die Sonne scheint, du und deine Familie aber gar nicht zu Hause seid, produziert deine PV-Anlage Strom, den du nicht nutzen kannst. In den Abendstunden ist der Bedarf an Energie in der Regel am höchsten. Mit einem Stromspeicher kannst du den tagsüber nicht genutzten Solarstrom dann verbrauchen, wenn du ihn wirklich benötigst.

Denn der zu viel produzierte Strom fließt nicht mehr in das Stromnetz,
sondern direkt in deinen Batteriespeicher.

So hast du für die spätere Verwendung, wenn es dunkel wird und deine Solarmodule auf dem Dach keinen Strom mehr erzeugen, genügend eigene Energie zur Verfügung und kannst am Abend das Essen kochen oder Fernseher schauen.

Der Stromspeicher ist deshalb auf lange Sicht eine sehr gute Investition und wird daher beim Neubau einer Photovoltaikanlage bei vielen Haushalten installiert. Aber auch eine Installation bei einer bestehenden Solaranlage ist bei gegebenen Voraussetzungen gar kein Problem.

Senec Speicher

Aufbau eines Solarspeichers

Das Herzstück eines Stromspeichers ist ein aufladbarer Akku. Die Leistung richtet sich dabei nach der Speicherkapazität. Im Inneren ist der Speicher mit einer Elektrolytflüssigkeit und zwei durch Aktivmaterialien unterschiedlich geladenen Metallen (Elektroden) gefüllt.

Batterie

Welche Stromspeicher gibt es?

Es gibt zwei Typen von Batterien für den Stromspeicher: Blei- oder Lithiums-Akkus.

In der Vergangenheit waren Blei-Akkus am weitesten verbreitet. Für diese Akkus spricht, dass es sich um eine erprobte, sehr robuste und ausgereifte Batterie handelt. Die Bleispeicher gelten aber mittlerweile als überholt und Lithium-Ionen-Stromspeicher setzen sich am Markt als Photovoltaik-Speicher in den letzten Jahren zunehmend durch.

Beide Akkus im Vergleich

Die Lebensdauer bei Lithium-Ionen-Akkus beträgt bis zu 20 Jahre, während die Lebensdauer von Blei-Batterien zwischen 8 und 10 Jahren liegt.

Die Zyklenzahl von Lithium-Ionen-Speichern ist zudem deutlich höher. Das heißt, sie können öfter geladen und entladen werden als Blei-Speicher.

Lithium-Ionen-Akkus können im Gegenteil zu Blei-Akkus meistens tiefer entladen werden. Photovoltaikanlagen mit Blei-Batterien müssen größer dimensioniert werden, um die gleiche Leistung wie Lithium-Ionen-Stromspeicher zu erzielen.

 

Vor und Nachteile eines Stromspeichers

Vorteile:

  • Du leistest einen wichtigen Beitrag zum Umweltschutz
  • Deine Stromrechnung reduziert sich auf ein Minimum
  • Die Nutzung deines erzeugten Stroms ist zu jeder Tageszeit möglich
  • Du bist unabhängiger von steigenden Strompreisen
  • Gegenüber der Einspeisevergütung ist ein Speicher rentabler
  • Der Autarkiegrad ist höher
  • Förderungen sind möglich
  • Steuerlicher Vorteil durch Abschreibung
  • Ein Stromspeicher kann CO2 Emissionen einsparen

Nachteile:

  • Stromspeicher müssen bei Anschaffung in den Kosten berücksichtigt werden
  • Bei Stromspeichern mit minderwertiger Qualität kann es passieren, dass diese ausgetauscht werden müssen
  • Nicht alle Speicher sind in ihrer Herstellung und Entsorgung umweltfreundlich
  • Ein Stromspeicher benötigt Platz - bestenfalls im Keller

Stromspeicher nachrüsten – ja oder nein?

Du benötigst fast ausschließlich tagsüber Strom und hast somit deinen Strombedarf fast vollständig gedeckt? Dann kannst du auf eine Nachrüstung verzichten.

Das Nachrüsten eines Speichers ist tatsächlich in den meisten Fällen sinnvoll. Wenn dein Eigenverbrauch gegen Abend sehr hoch ist, ist die Installation eines Stromspeichers ratsam, denn somit deckst du zwischen 50 – 100% deines Eigenverbrauchs ohne Strom aus dem öffentlichen Netz ab.

grüne Energie

Fazit: Je höher dein Eigenverbrauch, desto mehr rentiert sich eine Solaranlage mit Speicher.

Was du beim Kauf beachten musst

Wichtig vor dem Kauf ist die Kalkulation eines Speichers mit passender Speicherkapazität, denn der Speicher sollte zur Photovoltaikanlage und zum Strombedarf deines Haushalts passen. Hast du einen hohen Eigenbedarf, ist ein großer Batteriespeicher mit mehr Kapazität notwendig, um genügend Solarstrom speichern zu können.

Damit du dich für die richtige Speichergröße entscheidest, kannst du dich an deinem Stromverbrauch der letzten Jahre orientieren.

Die Speicherkapazität eines Stromspeichers wird prinzipiell in Kilowattstunden (kWh) angegeben und ist gestaffelt ab 2,5 kWh; 5 kWh; 7,5 kWh und 10 kWh.

Kosten eines Stromspeichers

Die Preise für Stromspeicher sind in den vergangenen Jahren gesunken, dennoch ist die Anschaffung mit Ausgaben verbunden. Die Kosten variieren je nach Hersteller sowie Größe und Speicherkapazität in kWh.

So liegen die Anschaffungskosten meist zwischen 1.000€ - 1.800€ pro kWh Speicherkapazität. Zusätzlich musst du in den meisten Fällen noch Kosten für Einbau und die Montage sowie die Inbetriebnahme hinzurechnen.

Förderung Stromspeicher

Förderungen für Solarspeicher

Eine Reihe von Bundesländern aber auch einzelne Städte fördern den Kauf eines Stromspeichers. Leider sind diese Förderungen nicht in ganz Deutschland verfügbar und in einigen Bundesländern ist die Förderung schon wieder ausgelaufen.

Ob dein Bundesland oder deine Stadt die Anschaffung eines Solarspeichers fördert, erfährst du in unserem ausführlichen Beitrag zum Thema Förderungen.

Installation – das musst du beachten

Du kannst deine bereits bestehende PV-Anlage mit einem passenden Stromspeicher nachrüsten. Die Planung und Installation solltest du unbedingt von einem Fachbetrieb durchführen lassen. Nur so kannst du die Inanspruchnahme der staatlichen Förderung sicherstellen.

Der optimale Standort für den Batteriespeicher ist ein Raum, in dem ganzjährig konstante und gemäßigte Temperaturen herrschen, beispielsweise ein Hauswirtschaftsraum oder ein frostfreier Keller.

Auch muss der Stromspeicher, nachdem er angeschlossen wurde, bei der Bundesnetzagentur gemeldet werden und erhält einen Eintrag in das Marktstammdatenregister. Diese Meldung muss innerhalb eines Monats nach der Inbetriebnahme erfolgen.