Das Wichtigste in Kürze
- Stromfresser identifizieren: Alte und ineffiziente Haushaltsgeräte sind oft die Hauptursache für hohe Stromrechnungen. Ein Austausch lohnt sich meist schon nach wenigen Jahren.
- Standby-Verbrauch beenden: Viele Geräte verbrauchen auch im Ruhezustand Strom. Schalten Sie diese komplett aus, um unnötige Kosten von bis zu 100 Euro pro Jahr zu vermeiden.
- Verhalten anpassen: Kleine Änderungen im Alltag, wie das Kochen mit Deckel oder das Waschen bei niedrigeren Temperaturen, summieren sich zu einer großen Ersparnis.
- Erneuerbare Energien nutzen: Die besten Strom sparen Tipps entfalten ihr volles Potenzial in Kombination mit einer eigenen Photovoltaikanlage und einem Stromspeicher. So werden Sie maximal unabhängig.
Strom sparen Tipps: Die größten Stromfresser im Haushalt entlarven
Der erste Schritt zu einer niedrigeren Stromrechnung ist, die größten Verbraucher in Ihrem Zuhause zu kennen. Oft sind dies Geräte, die rund um die Uhr laufen oder eine hohe Leistung benötigen. Besonders alte Kühlschränke, Gefriertruhen und veraltete Heizungspumpen treiben die Kosten in die Höhe. Ein modernes Kühlgerät der höchsten Effizienzklasse kann im Vergleich zu einem 15 Jahre alten Modell bis zu 60 % weniger Energie benötigen. Achten Sie beim Kauf nicht nur auf die Energieeffizienzklasse. Vergleichen Sie auch den auf dem Energielabel angegebenen absoluten Jahresstromverbrauch in Kilowattstunden (kWh/annum), da dieser den tatsächlichen Verbrauch am besten widerspiegelt. Auch Unterhaltungselektronik wie Fernseher, Spielekonsolen und Soundsysteme verbrauchen im Standby-Modus oft unbemerkt viel Strom.
Eigene Stromfresser finden und Erfolge messen
Um gezielt handeln zu können, müssen Sie Ihre individuellen Stromverbraucher identifizieren. Ein Strommessgerät ist dafür das ideale Werkzeug. Diese einfachen Geräte werden zwischen Steckdose und dem zu prüfenden Gerät gesteckt und zeigen den exakten Verbrauch in Watt an. So gehen Sie vor: Messen Sie den Verbrauch verdächtiger Geräte über einen repräsentativen Zeitraum, zum Beispiel 24 Stunden. Rechnen Sie den gemessenen Wert auf ein ganzes Jahr hoch, um die jährlichen Kosten zu ermitteln. So entlarven Sie versteckte Verbraucher wie einen alten Zweitkühlschrank im Keller oder eine permanent laufende Spielekonsole. Um den Gesamterfolg Ihrer Sparmaßnahmen zu prüfen, können Sie regelmäßig Ihren Hauptstromzähler ablesen und die Werte mit Vorperioden oder mit Durchschnittswerten ähnlicher Haushalte, etwa über den „Stromspiegel für Deutschland“, vergleichen.
Effektive Strom sparen Tipps für Küche und Waschkeller
In Küche und Waschküche schlummert enormes Sparpotenzial. Beim Kochen sollten Sie immer einen Deckel verwenden, da so bis zu zwei Drittel weniger Energie benötigt wird. Nutzen Sie zudem die Restwärme von Herd und Backofen, indem Sie diese einige Minuten vor Ende der Garzeit ausschalten. Bei Spül- und Waschmaschinen sind die Eco-Programme Ihre besten Freunde. Sie laufen zwar länger, erhitzen das Wasser aber langsamer und sparen so erheblich Energie. Waschen Sie Ihre Wäsche zudem bei 30 oder 40 Grad statt bei 60 Grad – für die meisten Verschmutzungen ist das völlig ausreichend und kann Ihre Stromrechnung jährlich um bis zu 40 Euro senken. Achten Sie außerdem darauf, beide Geräte immer voll zu beladen, um ihre Effizienz optimal zu nutzen.
Clever heizen und lüften: Energiekosten im Griff behalten
Auch wenn es nicht direkt um Strom geht, ist das Heizen der größte Energiekostenfaktor im Haushalt. Elektrische Heizungen sind dabei besonders teuer im Betrieb. Doch auch bei anderen Heizsystemen können Sie sparen. Lüften Sie mehrmals täglich für wenige Minuten stoßweise bei weit geöffnetem Fenster, anstatt das Fenster stundenlang gekippt zu lassen. So findet ein schneller Luftaustausch statt, ohne dass die Wände auskühlen. Halten Sie Heizkörper frei von Möbeln oder Vorhängen, damit sich die Wärme ungehindert im Raum verteilen kann. Das regelmäßige Entlüften der Heizkörper sorgt ebenfalls für eine optimale Wärmeabgabe und senkt den Energieverbrauch.
Unterhaltungselektronik und Homeoffice: Versteckte Kosten vermeiden
Fernseher, Computer, Drucker und Router sind oft dauerhaft im Standby-Modus. Dieser Komfort kostet Sie über das Jahr gerechnet, je nach Gerätepark, bis zu 100 Euro. Eine schaltbare Steckdosenleiste ist hier eine einfache und wirksame Lösung. Mit nur einem Klick trennen Sie alle angeschlossenen Geräte vollständig vom Netz. Achten Sie auch bei der Neuanschaffung von Monitoren oder Laptops auf deren Energieeffizienz. Im Homeoffice sollten Sie den Computer bei längeren Pausen in den Ruhezustand versetzen oder ganz herunterfahren, anstatt nur den Bildschirmschoner laufen zu lassen. Diese kleinen Gewohnheiten helfen Ihnen, Ihren Stromverbrauch im Haushalt zu senken.
Die Macht des Lichts: Mit der richtigen Beleuchtung Strom sparen
Der Umstieg von alten Glüh- oder Halogenlampen auf moderne LED-Leuchtmittel ist einer der einfachsten Strom sparen Tipps. LEDs verbrauchen bei gleicher Helligkeit bis zu 90 % weniger Energie und haben eine deutlich längere Lebensdauer. Das schont nicht nur Ihren Geldbeutel, sondern auch die Umwelt. Der vollständige Austausch in einem durchschnittlichen Haushalt kann die Stromrechnung jährlich um 50 Euro oder mehr reduzieren. Nutzen Sie außerdem so oft wie möglich das natürliche Tageslicht und schalten Sie das Licht nur in den Räumen ein, in denen Sie sich gerade aufhalten. Das Dimmen von Licht reduziert den Stromverbrauch ebenfalls. Je geringer die Helligkeit, desto weniger Energie wird benötigt.
Ein weiterer Schritt: Der Wechsel zu Ökostrom
Wer nicht nur den Geldbeutel, sondern auch das Klima entlasten möchte, kann über einen Wechsel zu einem zertifizierten Ökostromanbieter nachdenken. Dies senkt zwar nicht direkt Ihre Stromrechnung, reduziert aber Ihre CO2-Emissionen und fördert aktiv den Ausbau erneuerbarer Energien. Achten Sie bei der Wahl des Anbieters auf anerkannte Gütesiegel wie das „ok-power-Label“ oder das „Grüner Strom Label“, die garantieren, dass Ihr Geld tatsächlich in neue, saubere Energieanlagen investiert wird.
Der ultimative Tipp: Strom sparen mit Photovoltaik und Stromspeicher
Die wirkungsvollste Methode, um Ihre Stromkosten langfristig und drastisch zu senken, ist die Erzeugung Ihres eigenen Solarstroms. Mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach machen Sie sich unabhängig von steigenden Strompreisen. In Kombination mit einem Stromspeicher können Sie den selbst erzeugten Strom auch dann nutzen, wenn die Sonne nicht scheint, zum Beispiel abends oder nachts. Ein intelligentes System wie ein Energiemanagementsystem hilft Ihnen dabei, Ihren Eigenverbrauch zu maximieren. Es startet beispielsweise die Waschmaschine oder lädt Ihr E-Auto über eine Wallbox genau dann, wenn Ihre PV-Anlage den meisten Strom produziert. So nutzen Sie Ihre Energie optimal und müssen kaum noch teuren Strom aus dem Netz beziehen.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Die größten Stromverbraucher sind in der Regel alte Kühl- und Gefriergeräte, elektrische Heizungen und die Warmwasserbereitung. Auch Unterhaltungselektronik und Haushaltsgeräte wie Wäschetrockner tragen erheblich zur Stromrechnung bei.
Der Standby-Verbrauch kann je nach Anzahl und Alter der Geräte bis zu 100 Euro pro Jahr ausmachen. Durch die konsequente Nutzung von schaltbaren Steckdosenleisten lässt sich dieser Betrag fast vollständig einsparen.
Ja, in vielen Fällen lohnt es sich. Ein 15 Jahre alter Kühlschrank kann doppelt so viel Strom verbrauchen wie ein neues Gerät der besten Effizienzklasse. Die Ersparnis bei den Stromkosten amortisiert die Anschaffungskosten oft schon nach wenigen Jahren.
Ja, intelligente Thermostate, smarte Steckdosen und Lichtsteuerungen können den Energieverbrauch gezielt senken. Sie optimieren Heizzeiten, schalten ungenutzte Geräte ab und passen die Beleuchtung automatisch an. So wird Energie nur dann verbraucht, wenn sie wirklich benötigt wird
Eine PV-Anlage produziert Ihren eigenen, kostenlosen Strom. Anstatt teuren Netzstrom zu kaufen, nutzen Sie einfach die Energie der Sonne. Mit einem Stromspeicher maximieren Sie diesen Vorteil, da Sie den Solarstrom rund um die Uhr nutzen können. Das senkt Ihre Stromrechnung auf ein Minimum.