Das Wichtigste in Kürze
- Wärme aus dem Erdreich: Erdwärmepumpen heizen effizient und versorgen das Haus mit Warmwasser.
- Wirtschaftlich im Betrieb: In Kombination mit Photovoltaikanlage und Stromspeicher sinken die laufenden Energiekosten deutlich.
- Förderfähig investieren: Die höheren Anschaffungskosten lassen sich durch staatliche Förderungen spürbar reduzieren.
Eine Erdwärmepumpe nutzt die im Boden gespeicherte Energie, um Gebäude effizient zu heizen und Warmwasser bereitzustellen. Die Technologie gilt als besonders effizient und klimafreundlich, da sie regenerative Umweltwärme nutzt. Besonders häufig wird sie in Einfamilienhäusern, Neubauten oder energetisch sanierten Gebäuden eingesetzt, in denen niedrige Vorlauftemperaturen möglich sind.
In diesem Ratgeber erfahren Sie, wie eine Erdwärmepumpe funktioniert, welche Arten es gibt, welche Kosten entstehen und wann sich die Investition lohnt. Außerdem zeigen wir, warum die Kombination aus Erdwärmepumpe und Photovoltaikanlage besonders sinnvoll ist.
Wie funktioniert eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe – auch Sole-Wasser-Wärmepumpe genannt – nutzt die im Erdreich gespeicherte Wärmeenergie. Diese stammt überwiegend aus Sonnenenergie, die im Boden gespeichert wird.
Das System arbeitet mit einem geschlossenen Kreislauf aus Kältemittel:
- Im Erdreich nimmt das Kältemittel Wärme auf und verdampft.
- Ein Kompressor verdichtet das Gas – die Temperatur steigt stark an.
- Die gewonnene Wärme wird an das Heizsystem des Hauses abgegeben.
- Das Kältemittel kühlt wieder ab und der Kreislauf beginnt erneut.
So wird aus Umweltwärme zuverlässig Heizenergie für Gebäude erzeugt.
Welche Arten von Erdwärmepumpen gibt es?
Erdsonden (Tiefenbohrung)
Vertikale Bohrungen von etwa 50–100 Metern Tiefe ermöglichen eine sehr konstante Wärmeversorgung. Diese Lösung benötigt wenig Platz und liefert ganzjährig stabile Temperaturen.
Erdkollektoren
Rohrsysteme werden in etwa 1,5 Meter Tiefe horizontal im Boden verlegt. Dafür wird eine größere Grundstücksfläche benötigt, die nicht überbaut oder versiegelt werden darf.
Alternative Systeme
Wenn Grundstücksgröße oder Genehmigungen begrenzt sind, können alternative Systeme eingesetzt werden:
- Grabenkollektoren
- Erdwärmekörbe
- kompakte Hybridlösungen
Diese benötigen weniger Fläche als klassische Flächenkollektoren.
Vorteile und Nachteile einer Erdwärmepumpe
Vorteile
- sehr niedrige Betriebskosten
- hohe Effizienz (hohe Jahresarbeitszahl)
- Nutzung erneuerbarer Energie
- unabhängig von Gas- und Ölpreisen
- langlebige Technik
- Kühlfunktion im Sommer möglich
- staatliche Förderprogramme
Nachteile
- hohe Investitionskosten
- Erdarbeiten oder Tiefenbohrung notwendig
- Genehmigung für Bohrungen erforderlich
- nicht jedes Grundstück geeignet
Welche Voraussetzungen braucht eine Erdwärmepumpe?
Eine Erdwärmepumpe arbeitet besonders effizient in Gebäuden mit geringem Wärmebedarf.
Wichtige Voraussetzungen:
gute Gebäudedämmung
Heizsystem mit niedrigen Vorlauftemperaturen
ideal: Fußbodenheizung oder Wandheizung
geeignete Grundstücksfläche oder Möglichkeit zur Tiefenbohrung
geologische Eignung des Bodens
Eine fachgerechte Planung durch einen Energieexperten ist entscheidend, um die Anlage optimal auszulegen.
Was kostet eine Erdwärmepumpe und welche Förderungen gibt es?
Was kostet eine Erdwärmepumpe?
Die Investitionskosten für eine Erdwärmepumpe liegen je nach System und Aufwand meist zwischen 25.000 und 40.000 Euro. Ein wesentlicher Teil entfällt auf die Erschließung der Wärmequelle im Erdreich, etwa durch Tiefenbohrungen oder Erdarbeiten. Staatliche Förderprogramme können die Anschaffungskosten jedoch deutlich reduzieren und machen die Investition langfristig wirtschaftlich.
| Kostenpunkt | Preis |
| Wärmepumpe | 10.000–15.000 € |
| Installation | 5.000–10.000 € |
| Erdarbeiten / Bohrung | 8.000–20.000 € |
Gesamtkosten: ca. 25.000 – 40.000 €
Tiefenbohrungen kosten meist 50–100 € pro Meter.
Welche Förderungen gibt es für Erdwärmepumpen?
Über die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) werden Wärmepumpen aktuell umfangreich unterstützt. Die Förderung setzt sich aus mehreren Bausteinen zusammen und kann je nach Ausgangssituation deutlich höher ausfallen.
Die wichtigsten Punkte im Überblick:
- 30 % Grundförderung für den Einbau einer Wärmepumpe
- zusätzliche Boni, beispielsweise beim Austausch alter fossiler Heizungen
- bis zu 70 % Gesamtförderung je nach Voraussetzungen
Die Beantragung erfolgt in der Regel über die KfW-Förderprogramme und wird häufig durch den installierenden Fachbetrieb begleitet.
Erdwärmepumpe und Photovoltaik – die perfekte Kombination
Die Kombination aus Erdwärmepumpe und Photovoltaikanlage bietet besonders große Vorteile.
Der Strom für den Betrieb der Wärmepumpe kann direkt über die eigene Solaranlage erzeugt werden. Dadurch sinken die Betriebskosten erheblich und der Eigenverbrauch des Solarstroms steigt.
Mit zusätzlichem Stromspeicher kann der selbst erzeugte Strom noch effizienter genutzt werden.
Vorteile der Kombination:
- geringere Heizkosten
- höherer Eigenverbrauch von Solarstrom
- mehr Unabhängigkeit vom Stromanbieter
- nahezu CO₂-neutrales Heizen
Diese Kombination gehört zu den effizientesten Energiesystemen für Einfamilienhäuser.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Für Tiefenbohrungen ist meist eine wasserrechtliche Genehmigung erforderlich. Ein Fachbetrieb übernimmt in der Regel Planung und Antragstellung.
Ja. Viele Anlagen ermöglichen sogenanntes passives Kühlen, bei dem die natürliche Kühle des Erdreichs genutzt wird.
Die Wärmepumpe selbst hält etwa 20–25 Jahre, Erdsonden oder Kollektoren oft über 50 Jahre.
Typische Bohrtiefen liegen bei 50 bis 100 Metern pro Sonde.
Die Wärmepumpe benötigt Strom. In Kombination mit PV-Anlage und Stromspeicher kann die Versorgung teilweise aufrechterhalten werden.