Photovoltaik Steuern: Diese Steuern kommen auf dich zu

Mittlerweile siehst du immer mehr Solarmodule auf Wohn- und Geschäftshäusern, denn die Photovoltaikanlage ist zu einer beliebten und ergiebigen Möglichkeit der alternativen Stromerzeugung geworden.

Mit deiner eigenen Photovoltaikanlage kannst du nicht nur deinen Strom selbst erzeugen und deine Stromkosten senken, sondern auch durchaus Steuern sparen.

 

Welche Photovoltaik-Steuern gibt es?

Du kannst unterschiedlichen Steuerplichten unterliegen, wenn du eine Photovoltaikanlage auf deinem Eigenheim betreibst. Ob und welchen Steuerpflichten du unterliegst, hängt davon ab, für welche Besteuerung du dich im Rahmen der Umsatzsteuer entscheidest.

Entscheidend ist aber auch, wie groß deine Anlage ist und ob du den erzeugten Strom in das öffentliche Netz einspeist oder selbst verbrauchst. Sobald du deinen Strom verkaufst und damit Einnahmen erzielst, deinen Strom an eine Strom Cloud lieferst oder deinen Strom selbst verbrauchst, zählt das als Betriebseinnahme und gilt somit als gewerbliche Tätigkeit. Folgende Steuern können auf dich zukommen.

steuern

Einkommensteuer für Solarstrom

Du bist gesetzlich dazu verpflichtet eine Gewinnermittlung im Rahmen der Einkommensteuer abzugeben. Das bedeutet, wenn du eine Photovoltaikanlage betreibst und den Strom verkaufst, in die Cloud speicherst oder selbst nutzt, dann fällt auf diese Einnahmen die Einkommensteuer an.

Seit Juni 2021 gibt es für Anlagen unter 10 kWp ein Wahlrecht im Rahmen der Einkommensteuer. Das heißt, man kann sich von der Abgabe einer Gewinnermittlung befreien lassen. Ob das sinnvoll ist, besprichst du mit einem Steuerberater.

Umsatz- & Vorsteuer für Solarstrom

Umsatzsteuer:

Umsatzsteuer fällt grundsätzlich auf die Gesamterzeugung (Einspeisung & Selbstverbrauch) der Photovoltaikanlage an. Wenn du dich für die Regelbesteuerung entscheidest und du den
vollen Vorsteuerabzug aus dem Kauf deiner PV-Anlage geltend gemacht hast, musst du für
deinen verbrauchten Strom Umsatzsteuer zahlen.

In den meisten Fällen ist es sinnvoll, sich für die Regelbesteuerung zu entscheiden, denn so
kannst du die Anschaffungskosten für deine PV-Anlage als Vorsteuer geltend machen.

Vorsteuer:

Die Vorsteuer aus dem Kauf einer Photovoltaikanlage erstattet dir das Finanzamt zurück,
wenn alle Voraussetzungen gegeben sind. Diese sprichst du am besten mit einem Steuerberater ab.

Gewerbesteuer auf Solarstrom

Die Gewerbesteuer fällt erst bei sehr großen Anlagen an. Aber auch hier empfehlen wir dir,
professionelle Unterstützung durch einen Steuerberater zu holen.

Kleinunternehmerregelung

Bei der Kleinunternehmerregelung handelt es sich um eine Auswahlmöglichkeit im Rahmen der Umsatzsteuer, die für Unternehmer, die nur geringe Umsätze erzielen, als Erleichterung dienen soll. Entscheidest du dich für die Kleinunternehmerregelung und nimmst diese in Anspruch, kannst du keinen Vorsteuerabzug geltend machen. Im Gegenzug muss deine Gesamterzeugung auch nicht besteuert werden.

Wie wird eine Solaranlage besteuert?

Wie deine Photovoltaikanlage besteuert wird, kommt bei der Einkommensteuer darauf an, wie groß deine Anlage ist. Bei der Umsatzsteuer hängt es davon ab, für welche Besteuerungsart du dich entscheidest.

Stromspeicher

Die Umsatzsteuer auf deinen Stromspeicher kannst du nur dann als Vorsteuer geltend machen, wenn du den Speicher zusammen mit der PV-Anlage gekauft hast.

Stromspeicher können einer betrieblichen Nutzung dienen, wenn diese einen integrierten Wechselrichter beinhalten. Hier muss genau geprüft werden, um welchen Speicher es sich handelt. Dies bezieht sich auf DC- oder AC-gekoppelte Speicher, denn in Abhängigkeit von der Bauart könnte man dann schauen, ob eine Abschreibung oder ein Vorsteuerabzug möglich ist. Um welche Art von Speicher es sich handelt, besprichst du am besten mit deinem Installateur.

Wenn es sich um einen DC-gekoppelten Stromspeicher handelt, kann dieser nach neuer Rechtslegung zusammen mit der Photovoltaikanlage abgeschrieben werden. Hier werden die Anschaffungskosten des Speichers der Photovoltaikanlage zugerechnet und sind zusammen bis 20 Jahre abzuschreiben.

Wird ein Speicher später nachgerüstet, so verteilen sich die Kosten für den Speicher auf den verbleibenden Abschreibungszeitraum der Photovoltaik-Anlage.

Ein AC-gekoppelter Stromspeicher stellt ein selbstständiges Wirtschaftsgut dar, somit ist eine Abschreibung auf die Anschaffungskosten nur möglich, wenn eine unternehmerische Nutzung stattfindet. Die Abschreibung erfolgt auf 10 Jahre.

Cloud

Es gibt sehr viele verschiedene Cloud-Modelle. Hierzu sollte ein Steuerberater genau prüfen, um welches Modell es sich handelt, um für dich eine optimale Beratung gewährleisten zu können.

Wie ermittle ich den zu versteuernden Gewinn meiner PV-Anlage?

Du musst jährlich einmal alle Einnahmen und Ausgaben, die du durch deine Photovoltaikanlage erzielst, in der Einkommensteuererklärung angeben, denn hieraus ergibt sich dann ein Gewinn oder Verlust, der mit deinem individuellen Steuersatz versteuert wird. Grundsätzlich ermittelst du mit einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) die Einnahmen aus deiner PV-Anlage.

Gewinn oder Verlust

Vereinfacht: Einnahmen – Ausgaben = Gewinn oder Verlust

Das heißt, die Summe aller erzielten Betriebseinnahmen (zum Beispiel: Einspeisevergütung und Eigenverbrauch) werden den Betriebsausgaben (zum Beispiel: Abschreibung, Zinsen für Kredite, Wartung, Versicherung und Steuerberatungskosten) gegenübergestellt und der zu versteuernde Gewinn oder Verlust wird ermittelt.

Die Abschreibungen werden ebenfalls in der Einnahmen-Überschuss-Rechnung zur Ermittlung der Einkommensteuer aufgenommen. Bei PV-Anlagen ist die lineare Abschreibung üblich. Mit der Abschreibung senkst du den erwirtschafteten Gewinn oder erhöhst deinen Verlust.

Wie ist der Eigenverbrauch bei Photovoltaikanlagen zu versteuern?

Dein Eigenverbrauch des erzeugten Stroms wird steuerlich als Entnahme von Betriebsvermögen betrachtet und muss daher bei der Gewinnermittlung berücksichtigt werden.

Besitzt du ein Strom-Cloud-Modell kann dir hierzu ein Steuerberater beratend zur Seite stehen.

Wann muss ich die Photovoltaikanlage beim Finanzamt anmelden?

Jede Anlage muss nach dem Kauf beim Finanzamt angemeldet werden. Dazu müssen im Allgemeinen keine bestimmten Formvorschriften erfüllt werden. Hierbei empfiehlt sich wieder die Unterstützung durch einen Steuerberater, denn du musst entscheiden, ob du Regelbesteuerung oder die Kleinunternehmerregelung wählst.

Wenn du dich für eine PV-Anlage von der BSH entscheidest, hast du die Möglichkeit dich von einer Steuerkanzlei mit Spezialisierung auf Photovoltaikanlagen beraten zu lassen. Auch die steuerlichen Erfassungsbögen kann dir die Kanzlei auf Wunsch ausfüllen.

Ist eine Gewerbeanmeldung für den Betrieb einer Photovoltaikanlage notwendig?

Das kommt ganz auf die Anlagengröße an, aber der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung ist in jedem Fall auszufüllen.

Nachdem deine PV-Anlage gebaut und in Betrieb genommen wurde, musst du das deiner Stadt, der Gemeinde oder deinem Gewerbeamt in der Regel innerhalb von 4 Wochen telefonisch oder schriftlich mitteilen.

Ist eine Photovoltaikanlage steuerlich absetzbar?

Man kann eine Photovoltaikanlage grundsätzlich in der Einkommensteuer steuerlich absetzen.

Wie erhalte ich die Umsatzsteuer vom Finanzamt zurück?

Mithilfe eines Steuerberaters oder eines Steuerprogrammes im Rahmen einer Umsatzsteuervoranmeldung oder Umsatzsteuererklärung.

Erhält man die Umsatzsteuer auch bei Stromspeichern zurück?

Das kommt auf die Art des Speichers an und auf die Wahl der Besteuerungsart im Rahmen der Umsatzsteuer.

Muster Steuererklärung

Für eine Photovoltaik-Steuererklärung gibt es kein pauschales Muster, da jeder Steuerpflichtige einzeln betrachtet werden muss, um eine passende Steuererklärung anfertigen zu können. (Steuerersparnis, Steuersparmodelle etc.).

Nicht jede PV-Anlage ist gleich und muss einzeln betrachtet werden. (Anlagengröße, Stromspeicher, Strom-Cloud-Modell, weitere Einkünfte, z.B. Lohneinkünfte, Einkünfte aus Vermietung & Verpachtung, etc.)

Tipps für deine Photovoltaik-Steuererklärung

Es ist immer empfehlenswert einen Steuerberater heranzuziehen. Auch wenn die Kosten für die Steuerberatung auf den ersten Blick erschreckend hoch wirken, lohnt es sich in den meisten Fällen.

Und übrigens: Steuerberatungskosten können im Rahmen der Steuererklärung wieder abgesetzt werden.